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Die Art der technischen Umsetzung paginierter Seiten ist wichtig, damit das Crawling und die Indexierung durch Google nicht gefährdet sind. Abbildung: TeroVesalainen/pixabay.com

Grundsätzlich gestaltet sich die Paginierung von Seiten hinsichtlich der Google-Konformität nicht wirklich leicht. Viele Shop- und CMS-Systeme verfügen zwar über tolle Paginierungsmechanismen, die aber leider nicht immer Google-konform sind. Im schlechtesten Fall führt das dazu, dass Google jene Seiten, die eine Paginierung umfassen, gar nicht erst indexiert. Das kann zum Beispiel auf Blog- oder Shop-Kategorien zutreffen.

Aus welchen Gründen ist die Paginierung unerlässlich?

Vor allem große Websites und Online-Shops stehen vor der Herausforderung, ihre Unterseiten in einer klugen Hierarchie abzubilden. Dazu ist die Eingliederung von Beiträgen oder Produkten in Kategorien unerlässlich. Mit steigender Anzahl dieser Beiträge oder Produkte kommt es zwangsläufig irgendwann dazu, dass die Kategorie-Seite über mehrere Seiten gesplittet werden muss. Ansonsten würde es unübersichtlich werden und die Ladezeiten würden ins Unermessliche steigen.

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In den allermeisten Fällen handelt es sich also bei paginierten Seiten um:

  • Kategorieseiten mit Produkten in Shops
  • Themenseiten mit Nachrichten in Blogs
  • etc.

Exakt für derartige Zwecke ist eine valide Paginierung notwendig. Im Zuge dieser Paginierung ist es möglich, mehrere Komponentenseiten abzubilden, die sich in den Google-Rankings nicht gegenseitig im Wege stehen und von Google korrekt interpretiert werden können.

Ein konkreter Anwendungsfall:

Ein Online-Shop bietet insgesamt acht Produkte einer Kategorie an. In der Kategorie können allerdings nur vier Produkte angezeigt werden, so dass es unerlässlich ist, zwei sogenannte Komponentenseiten zu erstellen: Während die erste Seite auf die Produkte 1 bis 4 verlinkt, verlinkt die zweite Seite auf die Produkte 5 bis 8.

Für das Crawling durch den Google-Bot ist die Paginierung von besonderer Relevanz

Existiert von keiner weiteren Stelle des Online-Shops eine Verlinkung auf die Produkte 5 bis 8, dann stellt für Google die zweite Komponentenseite die einzige Option dar, um die Produktseiten mithilfe interner Verlinkungen zu finden. Sollte diese zweite Komponentenseite für Google beispielsweise aufgrund einer Sperrung via „Noindex-Tag“ für Suchmaschinen nicht erreichbar sein, dann können weder Google noch andere Suchmaschinen die Produkte 5 bis 8 auf einfachem Wege finden. Das kann in der Folge Probleme beim Crawling und bei der Indexierung der jeweiligen Produktseiten hervorrufen.

Wie bereits angedeutet ist das aber tatsächlich nur dann der Fall, wenn die Produktseiten der Produkte 5 bis 8 nicht auf eine andere Art und Weise verlinkt im Shop werden. Auch, wenn dies gegeben ist, sollte das Noindex-Tag für paginierte Seiten trotzdem kritisch betrachtet werden, da es für die interne Verlinkung nicht förderlich ist. Dazu gleich mehr …

Wie erfolgt die Umsetzung einer Paginierung?

Bis dato erfolgte die Umsetzung einer Paginierung in der Regel auf die Art und Weise, dass via Canonical Tag ein Verweis aller Komponentenseiten auf die erste Komponentenseite erfolgte. In einem weiteren Schritt wurden, abgesehen von der ersten Komponentenseite, alle weiteren Komponentenseiten mithilfe des Noindex-Tags von der Indexierung ausgeschlossen. Dass die Erfassung und Indexierung der verlinkten Seiten durch Crawler dennoch stattfindet, sollte durch das Follow-Attribut im Quellcode erreicht werden.

Weshalb wird diese Vorgehensweise neuerdings kritisch betrachtet?

Grundsätzlich existieren diesbezüglich zwei Herausforderungen: Einerseits werden hierdurch an Google sogenannte „Mixed Signals“ gesendet, denn die erste Seite der Kategorie verfügt über einen Robots-Meta-Tags mit der Bezeichnung „index“, das suggeriert, dass die jeweilige Seite in den Index aufgenommen werden soll. Andererseits existieren eine oder mehrere Komponentenseiten von denen eventuell ein Verweis mithilfe eines Canonical-Tags auf die erste Seite erfolgt und die zugleich mit einem Noindex-Tag versehen sind.

Durch diese Konstellation kann es passieren, dass Google den Schluss zieht, dass die Seiten identisch sind und beide auf „noindex“ stehen. Mit anderen Worten: Für die gesamte Kategorie wird sowohl ein „index“- als auch ein „noindex“-Signal gesendet, wodurch die Sinnhaftigkeit der Indexierung der Seite von Google in Frage gestellt werden kann.

Neben der dargestellten Problematik existiert allerdings noch eine weitere Herausforderung, denn Google hat angemerkt, dass Seiten, die auf „noindex, follow“ stehen nach einem längeren Zeitraum von Google  als „noindex, nofollow“ interpretiert werden.

Google sagt dazu konkret:

„But if we see the noindex there for longer than we think this page really doesn’t want to be used in search so we will remove it completely. And then we won’t follow the links anyway. So in noindex and follow is essentially kind of the same as a noindex, nofollow. There’s no really big difference there in the long run.“ Quelle: seroundtable.com

In diesem Fall kommt es gewissermaßen zum Worst Case, denn den auf den Komponentenseiten vorhandenen Links (z. B. auf Produktseiten) wird seitens Google nicht mehr gefolgt. Das kann dazu führen, dass jene Produktseiten gar nicht oder zumindest weniger prominent im Google-Index abgebildet werden.

Die Auswirkung muss nicht zwingend derart negativ ausfallen, da die Detailseiten wie bereits erwähnt oftmals auch auf andere Weise wie beispielsweise durch Querverlinkungen oder Sitemaps gefunden werden. Dennoch ist es nicht der Optimalfall. Es besteht eben keine Garantie, dass der Google-Bot alle relevanten Detailseiten erreicht und erfasst.

Unsere Empfehlungen für eine valide Paginierung
  • Sorgen Sie dafür, dass jede einzelne Komponentenseite mithilfe eines Canonical Tags auf sich selbst verweist.
  • Jede Komponentenseite sollte über „index,follow“ Robots-Meta-Tags verfügen.
  • Vermeiden Sie unbedingt Duplicate Content. Dies kann dadurch gelingen, dass ein etwaiger SEO-Text lediglich auf der ersten Komponentenseite veröffentlicht wird.
  • Grundsätzlich sollten die paginierten Seiten nicht über dieselben Meta-Descriptions und Seitentitel verfügen. Besser ist es, die Meta-Description und den Seitentitel für jede Komponentenseite individuell zu gestalten. Das kann beispielsweise dadurch erreicht werden, indem „(Seite N)“ im Titel und in der Meta-Description angefügt wird.

In der Vergangenheit wurde übrigens häufig das rel-prev-next-Tag zur Paginierung von Komponentenseiten eingesetzt. Am 21. März 2019 hat John Mueller von Google verlauten lassen, dass dieses Tag bereits seit geraumer Zeit nicht mehr von Google ausgewertet wird. Es bringt also keinen Vorteil mehr mit sich, dieses Tag zu implementieren. Quelle: seo-suedwest.de

Fazit

Grundsätzlich handelt es sich bei der Paginierung sowohl für Portale als auch für Online-Shops um einen relevanten Mechanismus, dessen technische Umsetzung gewissenhaft erfolgen sollte, damit sowohl das korrekte Crawling als auch die Indexierung durch Google gewährleistet werden können. Durch den gezielten Einsatz von Canonical- und Robots-Meta-Tags und durch die Individualisierung der Komponentenseiten ist dies wunderbar möglich.

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