Eine hohe Absprungrate muss nicht zwingend etwas Schlechtes bedeuten. Vielmehr kommt es auf die Ziele der Website an. Foto: WDnet Creation/Shutterstock.com
Was ist eine gute/schlechte Absprungrate in Google Analytics?
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Die Absprungrate in Google Analytics ist eine von mehreren wichtigen und durchaus aussagekräftigen Kennzahlen des Trackingtools. Doch ab wann ist die Absprungrate gut oder schlecht, was sagt sie aus und wie interpretiert man sie richtig? Diese Fragen sollen in diesem FAQ-Beitrag geklärt werden.

Was ist die Absprungrate?

Die Absprungrate in Google Analytics zeigt prozentual an, wie viele Nutzer der Website, eine Seite aufrufen und diese dann gleich wieder verlassen. Sprich, wie viele Nutzer von der Seite wieder abgesprungen sind. Die Absprungrate ist also auf den ersten Blick besser je weniger Prozent angezeigt werden, da dies bedeutet, dass nur wenige Nutzer die Website gleich wieder verlassen haben. Die Absprungrate sollte nicht mit der Ausstiegsrate verwechselt werden. Die Ausstiegsrate betrifft nämlich immer die letzte Seite, die ein Nutzer auf einer Website gesehen hat, bevor er diese verlassen hat. die Absprungrate hingegen betrifft die erste Seite, auf der der Nutzer landet. Um die Absprungrate richtig zu interpretieren ist es hilfreich, sich auch die Verweildauer ganz genau anzusehen. Die Verweildauer zeigt an, wie lange ein Nutzer auf einer bestimmten Seite bleibt. Sowohl Absprungrate als auch Verweildauer sind also zwei sehr wichtig Kennzeichen, an denen die Qualität des Inhaltes einer Seite gut abgelesen werden kann. Dennoch kann anhand der Absprungrate nicht nachvollzogen werden, auf welche Art und Weise der Nutzer mit der Website interagiert hat. Hat er vielleicht über längere Zeit interessiert einen Artikel gelesen und dann die Seite wieder verlassen, dann würde dies von Google Analytics als Absprung gewertet werden, obwohl die Person mit dem Inhalt der Seite sehr zufrieden war. Abhilfe schafft in einem solchen Fall das Scroll-Tracking.

Welche Faktoren beeinflussen die Absprungrate?

Es gibt mehrere Faktoren, die die Absprungrate negativ beeinflussen können. Dazu zählt beispielsweise, wenn eine Seite viel von mobilen Geräten aus besucht wird – dies führt tatsächlich häufig zu einer höheren Absprungrate auf der Website. Auch Onepager haben in der Regel höhere Absprungraten, genauso wie Seiten, deren Traffic primär organisch generiert wurde. Darüber hinaus kann es bei der Integration von Google Analytics in die Website auch zu technischen Fehlern gekommen sein, dies zeigt sich dann letztendlich vielleicht auch in differierenden Absprungraten.

Was ist eine gute und was eine schlechte Absprungrate?

Nicht immer bedeutet ein Absprung auch etwas Schlechtes. Möglich ist auch, dass ein Nutzer gefunden hat, was er gesucht hat und deshalb die Seite gleich wieder verlassen hat. Hier würde die Absprungrate zwar eine höhere Prozentzahl anzeigen. Das deutet aber in diesem Fall nicht auf eine schlechte Qualität des Contents der Website hin. Bei Websites die dadurch erfolgreich sind, dass Nutzer mit der Seite interagieren (also z.B. Onlineshops) kann es jedoch durchaus ein negativer Indikator sein, wenn der Absprungrate sehr hoch ausfällt. Bei Seiten wie z. B. Wikipedia , bedeutet eine hohe Absprungrate hingegen nicht gleich etwas Schlechtes. Solche Websites beabsichtigen keine weitere Interaktion der Nutzer. Einfach zusammengefasst kann man also sagen, dass Seiten, die ihre Nutzer auf weitere Unterseiten (z. B. Produktseiten) lenken wollen, eine möglichst niedrige Absprungraten haben sollten, während Websites, die vor allem Content vermitteln eine höhere Absprungrate haben können, ohne dass dies etwas Schlechtes bedeutet. Wer sich also eine Website anlegt, sollte sich vorher genau überlegen, welches Ziel mit dieser Seite erreicht werden soll. Anhand des Zieles kann dann angemessen beurteilt werden, ob die Absprungrate zu hoch ist oder nicht.