Tools wie PageSpeed Insights von Google geben Hinweise zur Optimierung der Ladezeiten.
Wie wichtig ist die Ladezeit für die Suchmaschinenoptimierung?
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Die Ladegeschwindigkeit gibt an, wie lange es durchschnittlich dauert, eine Webseite zu öffnen und alle Elemente zu laden. Sie wird auch als „Page Speed“ oder allgemein als „Performance“ bezeichnet. Die Ladegeschwindigkeit hat nicht nur einen Einfluss auf die Absprungrate der Besucher, sondern sie ist in jüngster Vergangenheit auch zum offiziellen Rankingfaktor für Google geworden. Die Ladegeschwindigkeit ist ein Aspekt des Technical SEO.

Wie wird die Ladegeschwindigkeit ermittelt?

Die Webseite ist erst dann vollständig geladen, wenn jedes Element korrekt auf dem Bildschirm des Betrachters angezeigt wird. Dazu gehört etwa die HTML- und JavaScript-Elemente, der PHP Quelltext sowie die eingebundenen Bilder, Videos und Sound-Dateien. Der Begriff „Page Speed“ wurde vor allem von Google und seiner Google Search Console vorangetrieben. Hier finden Nutzer PageSpeed Tools, welche die Webseite im Google Content Delivery Network aufruft. Damit lässt sich die Ladegeschwindigkeit für Desktop und für mobile Geräte testen.

Wie schnell ist eigentlich „schnell“?

Die Meinungen darüber, wie schnell eine Webseite eigentlich sein sollte, können weit auseinander gehen. Laut Search-Console ist eine Webseite, die länger als 3 Sekunden braucht, um alle Elemente zu laden, relativ langsam. 4 Sekunden sind definitiv zu langsam. Eine Zeit zwischen 1,5 und 3 Sekunden scheint der Durchschnitt zu sein. Alles darunter gilt als schnell.

Was bewirkt einen langsamen Aufbau?

Zu viele und große Bilder sind sehr häufig der Grund für eine langsame Ladegeschwindigkeit. Auch die Anbindung des Webservers kann eine Rolle spielen oder eine langsame Datenbank, etwa für Produktanzeigen. Wenn kein asynchrones JavaScript verwendet wird, muss erst der gesamte Code geladen werden, bevor die Seite gerendert werden kann. Überflüssiger Quellcode wird ebenfalls ausgelesen, selbst wenn er nicht mehr benötigt wird. Toolbar-Daten von Google können darüber Aufschluss geben, welche Elemente einen langsamen Aufbau bewirken.

Welche Auswirkungen hat ein langsamer Aufbau der Webseite?

Die Ladegeschwindigkeit wirkt sich vor allem auf die Absprungrate aus. Und je nach der Art der Webseite auch auf die Conversion Rate. Die Absprungrate beschreibt die Häufigkeit, mit welcher Besucher auf die Webseite kommen und dann nach kurzer Zeit sie wieder verlassen. Eine langsame Ladegeschwindigkeit kann ein Grund für eine hohe Absprungrate sein, besonders bei mobilen Geräten. Denn wenn die Menschen unterwegs sind, dann haben sie meist weniger Zeit und Geduld, auf das vollständige Laden der Seite zu warten. Handelt es sich um eine Seite, auf welche die Menschen spontan treffen könnten und noch nicht wissen, ob sie Zeit auf ihr verbringen wollen, ist eine hohe Ladegeschwindigkeit wichtig. Dadurch werden die Elemente schnell geladen, welche den Besucher zum Verbleib animieren. Das betrifft vor allem die Landingpage. Unterseiten dürfen langsamer sein, denn diese werden meist aufgerufen, während der Besucher bereits an der Webseite interessiert ist. Handelt es sich um eine Webseite, die ein Besucher bewusst aufruft, weil er etwas Bestimmtes vorhat, dann ist eine langsame Ladegeschwindigkeit weniger nachteilig. Zum Beispiel bei Behörden.

Für Online-Shops ist ein hoher Page Speed besonders wichtig. Laden die Produkte und Elemente nicht schnell genug, verliert der potentielle Kunde das Interesse oder bricht den Kaufvorgang ab. Hier wirkt sich die Ladegeschwindigkeit direkt auf die Conversion Rate aus. Die Conversion Rate beschreibt das Verhältnis von der Anzahl der Besucher und wie häufig diese etwas tun, zum Beispiel einen Kauf tätigen oder einen Newsletter abonnieren. Amazon hat in einer Studie aus dem Jahr 2012 errechnet, dass eine längere Ladezeit von 100 Millisekunden den Umsatz um 1% reduziert. In einer Studie von 2017 zeigte Google, dass bei einer Veränderung der Ladegeschwindigkeit von 1 auf 5 Sekunden die Absprungrate bei mobilen Geräten auf 90% steigt.

Page Speed als Rankingfaktor

Schon seit 2010 ist die Ladegeschwindigkeit ein Rankingfaktor für Google, da schnellere Webseiten die Usability erhöhen. Seit 2016 ist vor allem die Ladegeschwindigkeit mobiler Geräte besonders wichtig. Somit bewirkt eine höhere Ladegeschwindigkeit auch ein besseres Ranking in den organischen Suchergebnissen.